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<title>Stadtflüchter</title>
<description>Neue Welten entdecken – unbekannte Zivilisationen…</description>
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<copyright>Copyright 2010</copyright>
<pubDate>Sat, 04 Sep 2010 21:50:22 +0200</pubDate>
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<title>Umsatzsteuerprüfungen können sich lohnen</title>
<link>http://blog.lobusch.de/index.php?page=weblogitem&amp;weblog_id=4&amp;weblog_file=umsatzsteuerpruefungen_koennen&amp;weblog_archiv=20060331</link>
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<pubDate>Fri, 31 Mar 2006 14:22:00 +0200</pubDate>
<category>Außerdem</category>
<category>Jobs</category>
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<description>Wir haben unsere erste Umsatzsteuerprüfung. Alle Rechnungen und Kontoeingänge von 2005 durchgegangen und festgestellt: eine satte Rechnung wurde nicht bezahlt! Unfassbar - wie konnte uns das entgehen?! Ganz einfach, der Kunde hat eine faszinierende Verzögerungstaktik beim Bezahlen der Rechnungen, kombiniert mit schwer auseinanderzudividierenden Sammelüberweisungen der bis dahin aufgelaufenen Rechnungen. Und seit es auch noch technische Probleme mit dem Überweisen auf unser Firmenkonto gab, landen die Eingänge jetzt mal auf dem einen, mal auf dem anderen Konto. 
Still verwundert frage ich mich: wie überlebt eine Firma mit so einer chaotischen Buchhaltung?
Dennoch ein Dank an's Finanzamt – wären wir nicht gezwungen gewesen, den ganzen Kram mal durchzuackern, wer weiß, wann uns das aufgefallen wäre...</description>
<content:encoded><![CDATA[Wir haben unsere erste Umsatzsteuerprüfung. Alle Rechnungen und Kontoeingänge von 2005 durchgegangen und festgestellt: eine satte Rechnung wurde nicht bezahlt! Unfassbar - wie konnte uns das entgehen?! Ganz einfach, der Kunde hat eine faszinierende Verzögerungstaktik beim Bezahlen der Rechnungen, kombiniert mit schwer auseinanderzudividierenden Sammelüberweisungen der bis dahin aufgelaufenen Rechnungen. Und seit es auch noch technische Probleme mit dem Überweisen auf unser Firmenkonto gab, landen die Eingänge jetzt mal auf dem einen, mal auf dem anderen Konto. 
Still verwundert frage ich mich: wie überlebt eine Firma mit so einer chaotischen Buchhaltung?
Dennoch ein Dank an's Finanzamt – wären wir nicht gezwungen gewesen, den ganzen Kram mal durchzuackern, wer weiß, wann uns das aufgefallen wäre...]]></content:encoded>
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<title>Schmalband-Internet</title>
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<pubDate>Sun, 02 Apr 2006 12:53:00 +0200</pubDate>
<category>Außerdem</category>
<category>Jobs</category>
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<description>Gerade mal recherchiert, welche Möglichkeiten es gibt, auf unserem Dorf ins Internet zu kommen. Hihi. Nichts natürlich, so ist das, wenn man die Schaffung von Breitband-Zugängen dem freien Markt überlässt. 
Welches Unternehmen, das Dividenden ausschütten soll hat schon Interesse an „Nicht-Ballungszentren“. Hier muß schließlich relativ viel Geld investiert werden und es sind nur wenig Einnahmen (da wenige Bewohner) zu erwarten.
Das Breitband-Portal des Bundes ist ein Witz. Nichts konkretes über Fördermaßnahmen oder Unterstützung für Gemeinden, Unternehmen und Bürgerinitativen. Eine aufgeblasenen Internetseite, die sich rein auf den Breitband-Atlas hätte beschränken lassen – der Rest ist versenktes Steuergeld.

Komisch, dabei wäre gerade das platte Land ideal für eine schöne, satte Breitband-Initiative. Welche Arbeitsmöglichkeiten hat man als Dörfler schon, wenn man kein Landwirt ist und nicht täglich zur Arbeit ins nächste Städtchen ewig weit pendeln will?
Die perfekte Alternative: eine vernetzte Internet-Dienstleistungsgesellschaft. 

Handel & Versand für Kleinstunternehmen (via E-Shops, Lagerplatz gibt's ja überall genug) 
Business-Tourismus (ungestört Brainstormen in schöner Natur, mit Möglichkeit zur Online-Recherche und -Kontakt zum Büro in der Stadt)
 Bildung von Netzwerken und Initativen (im Bereich Bildung, Soziales aber auch zur Vernetzung von Unternehmenspartnern, die meistens einen viel größeren Radius haben als Firmen in Ballungsräumen) 
 eine vielseitigere Austausch- und Kommunikationmöglichkeit für die oft weit auseinanderliegenden Ortsteile (gerade für viele Ältere eine Chance, auch vielleicht mal ein paar Bilder von den ausgewanderten Enkeln aus dem Westen zugeschickt zu bekommen – ohne einen Abend mit dem Download verbringen zu müssen


Manchmal frage ich mich, wie schnarchig eine Regierung sein kann, dass sie das Potential einer guten, schnellen Internet-Infrastruktur für's Land nicht erkennt. Da jammert man lieber weiter über stete Abwanderung und Überalterung des Ostens und verbrennt Steuergelder mit überdimensionierten Großprojekten à la Stolpe (Autorennbahn, Zeppelinwerft, Chipfabrik...).
Na ja, letzteres „macht man“ ja wohl hoffentlich heutzutage nicht mehr – aber wo sind neue Lösungen???

Nachtrag: Dieser sehr guteArtikel in der FAZbringt's nochmal auf den Punkt.</description>
<content:encoded><![CDATA[Gerade mal recherchiert, welche Möglichkeiten es gibt, auf unserem Dorf ins Internet zu kommen. Hihi. Nichts natürlich, so ist das, wenn man die Schaffung von Breitband-Zugängen dem freien Markt überlässt. 
Welches Unternehmen, das Dividenden ausschütten soll hat schon Interesse an „Nicht-Ballungszentren“. Hier muß schließlich relativ viel Geld investiert werden und es sind nur wenig Einnahmen (da wenige Bewohner) zu erwarten.
Das <a href="http://www.zukunft-breitband.de/">Breitband-Portal des Bundes</a> ist ein Witz. Nichts konkretes über Fördermaßnahmen oder Unterstützung für Gemeinden, Unternehmen und Bürgerinitativen. Eine aufgeblasenen Internetseite, die sich rein auf den Breitband-Atlas hätte beschränken lassen – der Rest ist versenktes Steuergeld.

Komisch, dabei wäre gerade das platte Land ideal für eine schöne, satte Breitband-Initiative. Welche Arbeitsmöglichkeiten hat man als Dörfler schon, wenn man kein Landwirt ist und nicht täglich zur Arbeit ins nächste Städtchen ewig weit pendeln will?
Die perfekte Alternative: eine vernetzte Internet-Dienstleistungsgesellschaft. 
<ul>
<li>Handel & Versand für Kleinstunternehmen (via E-Shops, Lagerplatz gibt's ja überall genug)</li> 
<li>Business-Tourismus (ungestört Brainstormen in schöner Natur, mit Möglichkeit zur Online-Recherche und -Kontakt zum Büro in der Stadt)</li>
<li> Bildung von Netzwerken und Initativen (im Bereich Bildung, Soziales aber auch zur Vernetzung von Unternehmenspartnern, die meistens einen viel größeren Radius haben als Firmen in Ballungsräumen)</li> 
<li> eine vielseitigere Austausch- und Kommunikationmöglichkeit für die oft weit auseinanderliegenden Ortsteile (gerade für viele Ältere eine Chance, auch vielleicht mal ein paar Bilder von den ausgewanderten Enkeln aus dem Westen zugeschickt zu bekommen – ohne einen Abend mit dem Download verbringen zu müssen</li>
</ul>

Manchmal frage ich mich, wie schnarchig eine Regierung sein kann, dass sie das Potential einer guten, schnellen Internet-Infrastruktur für's Land nicht erkennt. Da jammert man lieber weiter über stete Abwanderung und Überalterung des Ostens und verbrennt Steuergelder mit überdimensionierten Großprojekten à la Stolpe (Autorennbahn, Zeppelinwerft, Chipfabrik...).
Na ja, letzteres „macht man“ ja wohl hoffentlich heutzutage nicht mehr – aber wo sind neue Lösungen???

Nachtrag: Dieser sehr gute<a href="http://www.faz.net/s/RubE2C6E0BCC2F04DD787CDC274993E94C1/Doc~EF4513E42CB39433D88CC4D73E783A5AE~ATpl~Ecommon~Scontent.html">Artikel in der FAZ</a>bringt's nochmal auf den Punkt.]]></content:encoded>
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<item>
<title>Arbeit ohne Ende und ohne Toilette…</title>
<link>http://blog.lobusch.de/index.php?page=weblogitem&amp;weblog_id=8&amp;weblog_file=arbeit_ohne_ende_und_ohne_toil&amp;weblog_archiv=20060406</link>
<comments>http://blog.lobusch.de/index.php?page=weblogitem&amp;weblog_id=8&amp;weblog_file=arbeit_ohne_ende_und_ohne_toil&amp;weblog_archiv=20060406#comments</comments>
<pubDate>Thu, 06 Apr 2006 00:16:00 +0200</pubDate>
<category>Jobs</category>
<category>Stadtleben</category>
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<description>Ich bin wie gerädert. Gestern bis halb 3 gearbeitet und gerade läuft schon wieder die Nationalhymne auf DLF = Mitternacht. 
Habe mal wieder nicht Nein sagen können und meine Projekte auf Knirsch geplant. Zwei Abgaben zu Anfang nächster Woche, Montag und Dienstag Mitarbeit an einem Pitch (= sehr langer Arbeitstag) am Sonntag gibt's dazu das Briefing. Kunde X hat mich heute am Telefon schon gewarnt, dass ihm seine Programmierer im Nacken sitzen und Druck machen – den ich natürlich abkriege. Also Kunde beruhigt und mich stillscheigend einfach nur an meinen Optimismus geklammert. Jetzt darf nichts schief gehen – sei schön brav, Powerbook, Backups gibt's irgendwann, wenn mal Zeit ist...
Die Schieflage in meinen (& Toms) Schlafrythmus kam, als wir gestern schreckensstarr Nässeränder an der Toilettenwand entdeckten. Nachdem wir das halbe Bad demontiert hatten, war der Übeltäter endlich enttarnt –  es hätte kaum schlimmer kommen können (außer wir hätten das Maleur erst in drei Wochen entdeckt): der Wasserspülkasten leckte.
Also losgebastelt und anschließend noch eine Nachtschicht am Notebook eingeschoben...
Heute morgen dann stellte sich heraus, dass unsere Reparaturaktion schief gegangen war: Leck noch größer, kostbare Zeit und unbezahlbaren SCHLAF für Nichts geopfert. Ist das ein Omen für unser neues Haus?
Buah, ich hoffe nicht. Wie auch immer, heute neuen Rettungsversuch gestartet und schon wieder optimistisch ;-) Vor allem weil ich jetzt in mein allerliebstes Bettchen krabbeln werde, morgen ist schließlich auch noch ein Tag!</description>
<content:encoded><![CDATA[Ich bin wie gerädert. Gestern bis halb 3 gearbeitet und gerade läuft schon wieder die Nationalhymne auf DLF = Mitternacht. 
Habe mal wieder nicht Nein sagen können und meine Projekte auf Knirsch geplant. Zwei Abgaben zu Anfang nächster Woche, Montag und Dienstag Mitarbeit an einem Pitch (= sehr langer Arbeitstag) am Sonntag gibt's dazu das Briefing. Kunde X hat mich heute am Telefon schon gewarnt, dass ihm seine Programmierer im Nacken sitzen und Druck machen – den ich natürlich abkriege. Also Kunde beruhigt und mich stillscheigend einfach nur an meinen Optimismus geklammert. Jetzt darf nichts schief gehen – sei schön brav, Powerbook, Backups gibt's irgendwann, wenn mal Zeit ist...
Die Schieflage in meinen (& Toms) Schlafrythmus kam, als wir gestern schreckensstarr Nässeränder an der Toilettenwand entdeckten. Nachdem wir das halbe Bad demontiert hatten, war der Übeltäter endlich enttarnt –  es hätte kaum schlimmer kommen können (außer wir hätten das Maleur erst in drei Wochen entdeckt): der Wasserspülkasten leckte.
Also losgebastelt und anschließend noch eine Nachtschicht am Notebook eingeschoben...
Heute morgen dann stellte sich heraus, dass unsere Reparaturaktion schief gegangen war: Leck noch größer, kostbare Zeit und unbezahlbaren SCHLAF für Nichts geopfert. Ist das ein Omen für unser neues Haus?
Buah, ich hoffe nicht. Wie auch immer, heute neuen Rettungsversuch gestartet und schon wieder optimistisch ;-) Vor allem weil ich jetzt in mein allerliebstes Bettchen krabbeln werde, morgen ist schließlich auch noch ein Tag!]]></content:encoded>
</item>
<item>
<title>Tote und Verletzte</title>
<link>http://blog.lobusch.de/index.php?page=weblogitem&amp;weblog_id=41&amp;weblog_file=tote_und_verletzte&amp;weblog_archiv=20060821</link>
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<pubDate>Mon, 21 Aug 2006 13:49:00 +0200</pubDate>
<category>Jobs</category>
<category>Rund um den Hof</category>
<category>Sanierung</category>
<guid>http://blog.lobusch.de/index.php?page=weblogitem&amp;weblog_id=41&amp;weblog_file=tote_und_verletzte&amp;weblog_archiv=20060821</guid>
<description>Ich fürchte, ich bin ziemlich abergläubig. In den kleinen Ereignissen dieses Wochenendes lassen sich jedenfalls hervorragend Zeichen und Omen hineindeuten, die den Abergläubigen zu bedeutungsschwangerem Kopfwiegen veranlassen.

Es begann mit einer Verspätung. Thomas programmierte auf der Zielgeraden für das Hamburger Kulturportal, dass Ende des Monats online gehen soll und vorher noch eine zweiwöchige Testphase durchlaufen wird. Zunächst hofften wir noch, Freitag Abend ins Dorf fahren zu können, beschlossen dann aber, lieber durchzuarbeiten und uns Samstag früh auf den Weg zu machen.
Aus dem „früh“ wurde schon mal nichts, es gab erhebliche Probleme beim Einrichten der Testumgebung auf dem Kunden-Server (Puretec...), vor allem mit der dort verwendeten MySQL-Version.
Ich hatte gespült, gesaugt und gepackt und saß schon unten zwischen dem verladefertigen Kisten (wir ziehen bei jeder Fahrt schon mal ein Stückchen um), als Tom endlich das Notebook zuklappte. Die Uhr zeigte schon nach zwei an.

Fast hätten wir die Tour ganz gecancelt, da wir Dienstag auf jeden Fall wieder in Hamburg sein mußten – Termin bei der Bank, wegen unseres Kredits! Aber für Sonntag hatte sich Andreas, der Zimmerer angekündigt und ein Besuch bei Stefan stand auch an.

Also los. Beim Landstraßenabschnitt bei zwischen Dummerstorf und Teterow die erste unangenehme Überraschung. Wegen einer Straßensperrung wurden wir bei Alt Kätwin umgeleitet, und zwar auf eine Riesenumweg wieder in nordöstliche Richtung, nach Tessin und Gnoien. Keine Chance auf kleine Nebenstraßen oder die beliebte Feldwegalternative – zuviele Kanäle und Flüßchen ohne Brücken. Getoppt wurde der Spaß noch durch endloses Warten an einer Baustellenampel in Cammin. Dort hatte man, wohl unter Mißachtung jeglicher verkehrsstrategischer Überlegungen, eine Fahrbahn der Dorfstraße komplett aufgerissen, also über eine Strecke von fast einem Kilometer. Entsprechend die kaffeepausentaugliche Länge der Ampelphase...

Endlich in Tüzen angekommen, wollten wir das Beste aus dem Rest des Tages machen und endlich entspannen. Grillen, eine DVD gucken und den nächsten Tag planen. 
Vor der Eingangstür des Wohnhauses lag ein Spatzjunges auf dem Rücken, hilflos bemüht sich wieder auf die Füße zu kommen. Wir suchten nach dem Nest, aus dem es gefallen sein konnte, doch am Haus keine Spur zu finden, ein Baum war nicht in der Nähe und der Kleine war schon arg am Zittern. Schließlich bauten wir in einem Brotkörbchen ein kleines Strohnest und Thomas machte sich auf den Weg zum Tierarzt, der ein paar Häuser die Straße runter wohnt.
Mangels besseren Möglichkeiten riet er uns, Hackfleisch zu füttern, mit Zellulosefasern vermischt, weil es sonst Dünnpfiff geben würde. Außerdem improvisierten wir eine mit einer Glühbirne eine Wärmelampe in der Scheune.
Draußen tobten mittlerweile Sturm und Gewitterregen, der kleine Spatz war auch schon merklich lebhafter geworden und wir mußten das Nest in einen großen Karton umlagern, da er ständig raushüpfte.

Aus der Zeit, in der Tom im Hamburger Tierheim arbeitete, hatten wir ein paar Erfahrungen mit der Fütterung von Vogelküken. Wir wußten auch, dass sie trotz gutem Verhalten am einen Tag doch am nächsten tot sein konnten.

So geschah es leider auch hier. Als Tom am nächsten Morgen füttern gehen wollte, war der Kleine in der Nacht gestorben. Die Stimmung war gedrückt und wir machten uns Vorwürfe, was wir wohl falsch gemachten hatten. 
Wenigstens unsere Schwanenfamilie schien sich weiterhin auf dem Teich wohl zu fühlen.

Das Wochenende verging im üblichen Rythmus von Arbeit und Besprechungen. Wir begangen den zweiten Schutthaufen, am Südgiebel abzutragen. Der war leider fast genauso mit großen Schuttstücken versetzt wie der andere. Nur war das Gelände hier so unwegsam, dass das Filtern per Rechen nicht funktionierte. Wir sortierten also die gröbsten Brocken per Hand raus und verteilten den Rest im Gras - hoffend, das Pflug und Grubber das schon richten werden.
Andreas, der Zimmerer, kam mit seiner Frau und machte einen guten Eindruck. Beide inspizierten alle drei Gebäude und kletterten auf die Dachböden. Tom und er besprachen die vereinbarte Zusammenarbeit (Tom als sein Klappskalli), wenn die Bank endlich „Go“ sagt, können wir Ende des Monats loslegen.

Wir beschloßen den Arbeitstag mit dem schweißtreibenden Abnehmen der Rigipsdecke – scheiße, sind die Dinger schwer!

Allabendlich, jedoch nie vor 22, 23 Uhr, wenn wir aus der Scheune ins Büro „heimkehren“ und das Licht einschalten, kommen, magisch davon angezogen, Hornissen herein. 
Das Ritual ist immer gleich: kurzer, wilder Tanz um die Glühbirne (Höllenlärm machen die Riesenbrummer), dann Ruheposition oben am Tür- oder Fensterrahmen mit gelegentlichem gegenseitigem Befühlern. An uns zeiten sie null Interesse und nach anfänglichem Schreck unsererseits tolerieren wir ihr Dasein wie das der ganzen anderen Viecher die im Büro ihren Zyklus vom Fressen und Gefressen werden leben.

Hatten die 3 Brummer vom Vorabend zu wild gefeiert oder war ihre Zeit einfach abgelaufen? Jedenfalls lag morgens eine Hornissenleiche im Eingang und die zwei anderen krabbelten müde und langsam ins Freie, anscheinend auch ihrem Ende entgegen… Und dabei hatten wir uns jetzt gerade an den abendlichen Besuch gewöhnt. Schon wieder tote Tiere.

Wir putzen das Büro (Werner und Graszyna kommen ja nächstes Wochenende zu Besuch), packten unsere Sachen und machten auf dem Rückweg nach Hamburg Station bei Stefan um noch ein paar Sachen zu den Bauplänen zu besprechen.
Es war schon dunkel als wir abfuhren und – da Thomas wirklich platt war vor Hunger – noch einen Imbiss in Malchin einplanten. Weiter kamen wir auch nicht, die Zitrone verabschiedete sich auf ungewisse Zeit mit einem Getriebeschaden.
Im ersten Gang quälten wir sie auf den Parkplatz der Lokalität „Kartoffelkäfer“, fluchten, aßen und riefen den ADAC. Der schleppte uns zurück nach Tüzen, wo wir alles in den Bulli umluden und dann erneut Richtung Hamburg starteten.

Wir kamen erst gegen halb vier morgens an, unterwegs hatten wir tatsächlich auch noch einen armen Fuchs gerammt – was aus ihm geworden ist wissen wir nicht, aber gute Omen bezüglich Tieren hatte das Wochende ja nicht gebracht...

</description>
<content:encoded><![CDATA[Ich fürchte, ich bin ziemlich abergläubig. In den kleinen Ereignissen dieses Wochenendes lassen sich jedenfalls hervorragend Zeichen und Omen hineindeuten, die den Abergläubigen zu bedeutungsschwangerem Kopfwiegen veranlassen.

Es begann mit einer Verspätung. Thomas programmierte auf der Zielgeraden für das Hamburger Kulturportal, dass Ende des Monats online gehen soll und vorher noch eine zweiwöchige Testphase durchlaufen wird. Zunächst hofften wir noch, Freitag Abend ins Dorf fahren zu können, beschlossen dann aber, lieber durchzuarbeiten und uns Samstag früh auf den Weg zu machen.
Aus dem „früh“ wurde schon mal nichts, es gab erhebliche Probleme beim Einrichten der Testumgebung auf dem Kunden-Server (Puretec...), vor allem mit der dort verwendeten MySQL-Version.
Ich hatte gespült, gesaugt und gepackt und saß schon unten zwischen dem verladefertigen Kisten (wir ziehen bei jeder Fahrt schon mal ein Stückchen um), als Tom endlich das Notebook zuklappte. Die Uhr zeigte schon nach zwei an.

Fast hätten wir die Tour ganz gecancelt, da wir Dienstag auf jeden Fall wieder in Hamburg sein mußten – Termin bei der Bank, wegen unseres Kredits! Aber für Sonntag hatte sich Andreas, der Zimmerer angekündigt und ein Besuch bei Stefan stand auch an.

Also los. Beim Landstraßenabschnitt bei zwischen Dummerstorf und Teterow die erste unangenehme Überraschung. Wegen einer Straßensperrung wurden wir bei Alt Kätwin umgeleitet, und zwar auf eine Riesenumweg wieder in nordöstliche Richtung, nach Tessin und Gnoien. Keine Chance auf kleine Nebenstraßen oder die beliebte Feldwegalternative – zuviele Kanäle und Flüßchen ohne Brücken. Getoppt wurde der Spaß noch durch endloses Warten an einer Baustellenampel in Cammin. Dort hatte man, wohl unter Mißachtung jeglicher verkehrsstrategischer Überlegungen, eine Fahrbahn der Dorfstraße komplett aufgerissen, also über eine Strecke von fast einem Kilometer. Entsprechend die kaffeepausentaugliche Länge der Ampelphase...

Endlich in Tüzen angekommen, wollten wir das Beste aus dem Rest des Tages machen und endlich entspannen. Grillen, eine DVD gucken und den nächsten Tag planen. 
Vor der Eingangstür des Wohnhauses lag ein Spatzjunges auf dem Rücken, hilflos bemüht sich wieder auf die Füße zu kommen. Wir suchten nach dem Nest, aus dem es gefallen sein konnte, doch am Haus keine Spur zu finden, ein Baum war nicht in der Nähe und der Kleine war schon arg am Zittern. Schließlich bauten wir in einem Brotkörbchen ein kleines Strohnest und Thomas machte sich auf den Weg zum Tierarzt, der ein paar Häuser die Straße runter wohnt.
Mangels besseren Möglichkeiten riet er uns, Hackfleisch zu füttern, mit Zellulosefasern vermischt, weil es sonst Dünnpfiff geben würde. Außerdem improvisierten wir eine mit einer Glühbirne eine Wärmelampe in der Scheune.
Draußen tobten mittlerweile Sturm und Gewitterregen, der kleine Spatz war auch schon merklich lebhafter geworden und wir mußten das Nest in einen großen Karton umlagern, da er ständig raushüpfte.

Aus der Zeit, in der Tom im Hamburger Tierheim arbeitete, hatten wir ein paar Erfahrungen mit der Fütterung von Vogelküken. Wir wußten auch, dass sie trotz gutem Verhalten am einen Tag doch am nächsten tot sein konnten.

So geschah es leider auch hier. Als Tom am nächsten Morgen füttern gehen wollte, war der Kleine in der Nacht gestorben. Die Stimmung war gedrückt und wir machten uns Vorwürfe, was wir wohl falsch gemachten hatten. 
Wenigstens unsere Schwanenfamilie schien sich weiterhin auf dem Teich wohl zu fühlen.

Das Wochenende verging im üblichen Rythmus von Arbeit und Besprechungen. Wir begangen den zweiten Schutthaufen, am Südgiebel abzutragen. Der war leider fast genauso mit großen Schuttstücken versetzt wie der andere. Nur war das Gelände hier so unwegsam, dass das Filtern per Rechen nicht funktionierte. Wir sortierten also die gröbsten Brocken per Hand raus und verteilten den Rest im Gras - hoffend, das Pflug und Grubber das schon richten werden.
Andreas, der Zimmerer, kam mit seiner Frau und machte einen guten Eindruck. Beide inspizierten alle drei Gebäude und kletterten auf die Dachböden. Tom und er besprachen die vereinbarte Zusammenarbeit (Tom als sein Klappskalli), wenn die Bank endlich „Go“ sagt, können wir Ende des Monats loslegen.

Wir beschloßen den Arbeitstag mit dem schweißtreibenden Abnehmen der Rigipsdecke – scheiße, sind die Dinger schwer!

Allabendlich, jedoch nie vor 22, 23 Uhr, wenn wir aus der Scheune ins Büro „heimkehren“ und das Licht einschalten, kommen, magisch davon angezogen, Hornissen herein. 
Das Ritual ist immer gleich: kurzer, wilder Tanz um die Glühbirne (Höllenlärm machen die Riesenbrummer), dann Ruheposition oben am Tür- oder Fensterrahmen mit gelegentlichem gegenseitigem Befühlern. An uns zeiten sie null Interesse und nach anfänglichem Schreck unsererseits tolerieren wir ihr Dasein wie das der ganzen anderen Viecher die im Büro ihren Zyklus vom Fressen und Gefressen werden leben.

Hatten die 3 Brummer vom Vorabend zu wild gefeiert oder war ihre Zeit einfach abgelaufen? Jedenfalls lag morgens eine Hornissenleiche im Eingang und die zwei anderen krabbelten müde und langsam ins Freie, anscheinend auch ihrem Ende entgegen… Und dabei hatten wir uns jetzt gerade an den abendlichen Besuch gewöhnt. Schon wieder tote Tiere.

Wir putzen das Büro (Werner und Graszyna kommen ja nächstes Wochenende zu Besuch), packten unsere Sachen und machten auf dem Rückweg nach Hamburg Station bei Stefan um noch ein paar Sachen zu den Bauplänen zu besprechen.
Es war schon dunkel als wir abfuhren und – da Thomas wirklich platt war vor Hunger – noch einen Imbiss in Malchin einplanten. Weiter kamen wir auch nicht, die Zitrone verabschiedete sich auf ungewisse Zeit mit einem Getriebeschaden.
Im ersten Gang quälten wir sie auf den Parkplatz der Lokalität „Kartoffelkäfer“, fluchten, aßen und riefen den ADAC. Der schleppte uns zurück nach Tüzen, wo wir alles in den Bulli umluden und dann erneut Richtung Hamburg starteten.

Wir kamen erst gegen halb vier morgens an, unterwegs hatten wir tatsächlich auch noch einen armen Fuchs gerammt – was aus ihm geworden ist wissen wir nicht, aber gute Omen bezüglich Tieren hatte das Wochende ja nicht gebracht...

]]></content:encoded>
</item>
<item>
<title>Meine digitale Baustelle</title>
<link>http://blog.lobusch.de/index.php?page=weblogitem&amp;weblog_id=89&amp;weblog_file=meine_digitale_baustelle&amp;weblog_archiv=20070124</link>
<comments>http://blog.lobusch.de/index.php?page=weblogitem&amp;weblog_id=89&amp;weblog_file=meine_digitale_baustelle&amp;weblog_archiv=20070124#comments</comments>
<pubDate>Wed, 24 Jan 2007 11:48:00 +0100</pubDate>
<category>Außerdem</category>
<category>Jobs</category>
<category>Stadtleben</category>
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<description>Die Agentur ist so groß, dass das morgendliche Grüßen bei den meisten Anwesenden nicht zum Ritual zu gehören scheint. Ich versuche mir den langen Weg zwischen Cafeteria und Arbeitsplatz zu merken. Großraumbüro, Hiphop in Schreibtischlautstärke aus schrammeligen Lautsprechern, meine kontaktlinsenoptimierten Augen klagen über die Klimaanlage. Das Projektteam ist nett, zum Mittag ziehen sich die temporären Kollegen satt ein 0,5-Glas Bierchen rein. Das Hotelzimmer kann nicht ganz mit dem Nachtzug mithalten, das Frühstück auch nicht.
Morgens dann Schnee. Ich denke an die Baustelle, die Erdarbeiten und wie überflüssig ein Winter doch ist, wenn er erst Ende Januar losgeht. Der Tag vergeht mit der Konzeption und Absprache komplizierter Webfeatures für ganz banale Votingfunktionen. Die Tücke liegt once more im Detail.
Wieder im Nachtzug nach einem rotweinigen Absacker, obwohl total müde, werfe ich noch eine DVD rein. Die Geisha, Zickenkrieg in Seide – war da noch mehr? Ich schlafe durch und nehme mir ein Ei zum Frühstück.
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<content:encoded><![CDATA[Die Agentur ist so groß, dass das morgendliche Grüßen bei den meisten Anwesenden nicht zum Ritual zu gehören scheint. Ich versuche mir den langen Weg zwischen Cafeteria und Arbeitsplatz zu merken. Großraumbüro, Hiphop in Schreibtischlautstärke aus schrammeligen Lautsprechern, meine kontaktlinsenoptimierten Augen klagen über die Klimaanlage. Das Projektteam ist nett, zum Mittag ziehen sich die temporären Kollegen satt ein 0,5-Glas Bierchen rein. Das Hotelzimmer kann nicht ganz mit dem Nachtzug mithalten, das Frühstück auch nicht.
Morgens dann Schnee. Ich denke an die Baustelle, die Erdarbeiten und wie überflüssig ein Winter doch ist, wenn er erst Ende Januar losgeht. Der Tag vergeht mit der Konzeption und Absprache komplizierter Webfeatures für ganz banale Votingfunktionen. Die Tücke liegt once more im Detail.
Wieder im Nachtzug nach einem rotweinigen Absacker, obwohl total müde, werfe ich noch eine DVD rein. Die Geisha, Zickenkrieg in Seide – war da noch mehr? Ich schlafe durch und nehme mir ein Ei zum Frühstück.
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